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Willi (Ente) Lippens
Eingefleischte Rot-Weiß Fans amüsieren sich immer noch über die rote
Karte von Kultspieler Willi "Ente" Lippens. Auf die
gelbe Karte mit
der Aussage des Schiedsrichters "Ich verwarne Ihnen!" antwortete der
Niederländer .....
"Ich danke Sie!" - Konsequenz Rote Karte.Ich habe nie eine Torchance überhastet vergeben. Lieber habe ich sie
vertändelt. (Willi Lippens)
Außen- und Innenstürmer, geboren am 10.11.1945, selbstständiger
Kaufmann, besitzt die holländische Staatsbürgerschaft. Er stammt vom
VFB Kleve, wo er zunächst als Torwart tätig war und dann erst mit
durchschlagendem Erfolg zum Mittelstürmer avancierte.
Er schoß schon als Jugendlicher Tore am Fließband und wurde
in Essen wegen seiner verblüffenden Tricks und wegen seiner
Kaltschnäuzigkeit beim Ausnutzen der Torchancen Publikumsliebling.
Er tat immer das, womit keiner rechnete. Erwartete man einen
Torschuß, dann dribbelte er, erwartete man ein Dribbling, dann
zog er ab.
Auch ohne sich viel zu
bewegen brachte er sich und seine Nebenleute ins Spiel. Er war kein
Spieler im herkömmlichen Sinne , sondern der Muhammed Ali des
Fußballs, der seine Gegenspieler zur Verzweiflung brachte und die
Zuschauer in Begeisterung versetzen konnte, indem er den grünen
Rasen zur Bühne verwandelte. Seine Trickkiste war schier
unerschöpflich.
Der Holländer mit dem Watschelgang, der ihm den
Beinamen "Ente" einbrachte, war über ein Jahrzehnt lang das Idol der
Rot-Weiß-Anhänger. Die 92 von ihm erzielten Bundesligatore sprechen
eine deutliche Sprache. Drei Jahre nach seinem Wechsel zu Borussia
Dortmund kehrte der Publikumsliebling 1979 über Dallas Tornado zur
Hafenstraße zurück, wo er nach einem großartigen Comeback seine
Karriere 20 Monate später beendete.
Eigentlich kann man die Ente gar nicht beschreiben, man muß sie
spielen gesehen haben, um zu verstehen, warum sie tausende
begeisterte.
www.rot-weiss-essen.de
Willi Lippens spielte zwischen 1966 und 1976 bei Rot-Weiß Essen und
schoss in 242 Spielen 92 Tore für seinen Verein. Der Vollblutstürmer
mit dem watschelnden Gang symbolisierte wie kein anderer die
Sehnsüchte der Ruhrgebietler nach Anerkennung und Erfolg. Über einen
achten Platz mit Essen in der Bundesliga kam er jedoch nie hinaus.
Der watschelnde Trickser
Willi Lippens im Porträt
Willi Lippens war über ein Jahrzehnt das Idol der Anhänger von
Rot-Weiß Essen . Der Holländer erhielt dank seines unvergleichlichen
Watschelgangs früh den Spitznamen "Ente".
29.08.2002
Seine
verblüffenden Tricks und die für Freund und Gegner unerwarteten
Aktionen machten ihn zum Publikumsliebling. Unvergessen ist sein
Dialog 1965 beim Spiel in Herne, als der Schiedsrichter zu ihm
sagte: "Ich verwarne Ihnen" und Lippens antwortete: "Ich danke Sie".
Auf diesen Ausspruch folgte die rote Karte.
Zwischen 1966 und 1976 spielte Lippens bei Rot-Weiß Essen und
wechselte dann für drei Jahre zu Borussia Dortmund. Insgesamt
bestritt er 242 Bundesligaspiele und erzielte 92 Tore.
Nach einem einjährigen Gastspiel bei den Dallas Tornados in den USA
beendete der Vollblutstürmer 1980 seine Karriere.
Zu internationaler Ehre kam er aufgrund seiner niederländischen
Herkunft bereits 1971 bei einem Länderspiel im "Oranje"-Team.
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Zahlen und Fakten
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Geburtsdatum: 10. November 1945
Vereine:
1966-1976 Rot-Weiß Essen
1976-1979 Borussia Dortmund
Position: Stürmer
Erfolge als Spieler:
Bundesliga: zweimal achter Platz
1975/1976 mit Rot-Weiß-Essen
1976/77 mit Borussia Dortmund
Bundesliga: einmal elfter Platz
in der Saison 77/78 mit Borussia Dortmund
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1998 übernahm das Essener Idol sogar kurzzeitig das Training des
abstiegsbedrohten Regionalligisten. "Ich will Euphorie verbreiten,
aber ein Fußball-Messias bin ich nicht", sagte Lippens, der für die
letzten sechs Punktspiele an die Hafenstraße zurückkehrte.

Willi
Lippens, bei Rot-Weiß Essen in der Bundesliga zur Kultfigur auf
dem Fußballfeld geworden, kam aus Kleve am Niederrhein. Lippens:
"Mein Vater ist in Heerlen (in der Nähe von Maastrich, Anm.)
geboren und kam in der 30er jahren nach Kleve (Anm.: kurz bevor
der Rhein von deutscher Seite aus in die Niederlande fließt), um
dort Arbeit zu suchen. Er fand Arbeit, später auch die Frau, die
meine Mutter wurde. Ich bin in Kleve geboren, aber habe doch
immer einen niederländischen Pass gehabt."
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Mit 19
kam er im Jahr 1965 nach Essen, wohnte für 30 Mark in einer der drei
Zimmer unter der Tribüne des Georg-Melches-Stadions an der
Hafenstraße. Sein Debüt bei Rot-Weiß verdankte er einem Zufall -
oder seiner Schlitzohrigkeit. Eine Geschichte, die er schon viele
Male erzählen musste: "Irgendwann in der Vorbereitungsphase war der
Linksaußen krank, . Darum durfte ich spielen, in der Spitze. Wir
gewannen 7:1, ich schoss fünf Tore. Der Trainer fragte nach, auf
welcher Position ich in Kleve gespielt hätte. Linksaußen, sagte ich.
Das war nicht so, ich war rechtsaußen, manchmal offensiver
Mittelfeldspieler, aber weil der Linksaußen krank war, glaubte ich
auf diese Art eine Chance zu bekommen. So wurde ich Linksaußen."
Und was für einer. Lippens wurde zum neben Gerd Müller
gefährlichster Stürmer der Bundesliga. Er war Rechtsfuß auf
Linksaußen mit einem schier unstillbaren Drang zum Tor - und er
machte Tor: in der Bundesliga insgesamt 92, später in der 2. Liga
noch mal 130. Sein Trainer Ivica Horvath sah in ihm gar den besten
Linksaußen Europas. Ajax Amsterdam wollte ihn für 900.000 Mark.
Lippens: "Mit Jaap van Praag (Anm. Vater des jetzigen
Ajax-Vorsitzenden Michael van Praag) war schon alles klar." Doch die
Essener ließen ihren Star nicht gehen. Bundestrainer Helmut Schön
begeisterte sich: "Lippens hat alles - nur nicht den richtigen
Pass."
Sieben- oder achtmal habe Helmut Schön ihn angerufen: Ob ich mich
nicht naturalisieren lassen wolle. Schön garantierte Lippens eine
Chance in der deutschen Nationalmannschaft. Doch Vater Lippes war
strikt dagegen. Willi Lippens, inwischen 55 Jahre alt, heute dazu
auf seinem fünfzehn Fußballfelder großen Grundstück in Essen: "Mein
Vater ist während des Krieges mit einigen anderen Niederländern, die
in Kleve wohnten, in einen Keller getrieben worden und mit Knüppeln
zusammengeschlagen worden. Sie wollten, dass er sich freiwillig fürs
Militär meldete. Er weigerte sich. Das ist etwa viermal passiert.
Darum bin ich sehr stark anti-deutsch erzogen. Mein Vater trug
echten Hass in sich. Wenn wir ein Länderspiel im Fernsehen sahen,
hielten wir immer mit der Mannschaft, die gegen Deutschland spielte.
Mein Vater hatte es immer über die Scheiß-Deutschen und dass sie
immer Glück hatten."
Während Helmut Schön versuchte, Willi Lippens für die deutsche
Nationalmannschaft zu gewinnen, machte Vater Lippens seinen Sohn auf
die Konsquenzen aufmerksam. "Ich hätte nie mehr nach Hause komen
dürfen", erinnert sich Lippens, den sie wegen seiner Plattfüße ("Ich
habe in Holland mit meinen Füßen alle Berge platt getreten") und
seines Watschelgangs "Ente" nannten und nennen.
Kurz danach rief Bondscoach Fadrhonc an mit Blick auf die WM 1974 in Deutschland:
"Wenn wir dann in Deutschland spielen, wird unsere Popularität
sicher wachsen, wenn wir Lippens in der Mannschaft haben. Und: Ich
habe die Spieler darüber informiert; alle waren damit
einverstanden."
Etwas übertrieben, wie sich später herausstellte. Auch wenn Lippens
eins der sechs Tore gegen Luxemburg erzielte, bleib t ihm sein
einziges Länderspiel in Oranje in schlechter Erinnerung: "Ich bin
rauf und runter gerannt, aber die anderen Spieler ignorierten mich.
Ich hatte wenig Bälle. Während Spieler wie Pahlplatz und Dost
Lippens deshalb mieden, weil sie selbst um ihren Stammplatz
fürchteten, berührte es den gebürtigen Niederländer aus Kleve am
Niederrhein um so mehr, dass er auch vom Rest der Mannschaft
geschnitten wurde. "Ich fand es sehr schlimm, dass ich nicht als
Niederländer akzeptiert wurde. Van Hanegem war der Schlimmste."
Wim van Hanegem ist heute als Trainer (zurzeit Sparta Rotterdam) und
Fernseh-Analytiker neben Johan Cruijff einer der angesehensten
niederländischen Fußballexperten. Endgültig hatte Lippens im Bus zum
Stadion verloren. "Der Fahrer schaltete das Radio ein, einen
deutschen Sender." -"Stell doch mal den kaputten Nazi-Sender aus",
rief Rinus Israel aus der hinteren Reihe. Willi Lippens hatte sich
damals noch umgedreht, etwas dagegen gesagt, erhielt aber nur als
Antwort: "Du bist doch auch ein halber Deutscher." Ich hätte
aussteigen müssen, glaubt Lippens heute noch, der damals als junger
Spieler den Mund hielt. Es blieb Lippens' einziger
Länderspiel-Auftritt, obwohl Bondscoach Fadrhonc noch von einem
Dreieck Cruijff - Keizer - Lippens träumte. Mit ein wenig Wehmut
sagt Lippens heute: "Rainer Bonhof hatte auch einen niederländischen
Pass, der hat sich naturalisieren lassen." Bonhof spielte die WM
1974, Lippens nicht.
Obwohl Renmsebrink verletzt war, machte er im Finale mit. "Keizer
hatte seinen fußballerischen Höhepunkt hinter sich", erzählt Willi
Lippens, um mit einer Portion Selbstbewusstsein hinzuzufügen: "Ich
war besser als Rensenbrink, gefährlicher vor dem Tor vor allem. Ich
habe Schadenfreude empfunden, weil die Niederlande verloren. Mit mir
wäre Nederland Weltmeister geworden."
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